Die Geschichte vom Indianer und der Grille

Hier vom anderen Ende der Welt aus, aus Peru, möchte ich gern eine wunderbare Geschichte mit euch teilen.

Gerade da ich hier in Peru das große Glück habe, seit zwei Wochen mit Indigenen zu leben und von einem Schamanen in die Geheimnisse dieses spektakulären Landes, seiner Heilkräuter und den magischen Wirkweisen des Universums, um welche die Inkas schon immer wussten, eingeführt zu werden, erscheint mir diese kleine Geschichte sehr passend, um sie mit euch zu teilen. Gern teile ich an anderer Stelle meine ganz persönlichen Erfahrungen aus den erlebten schamanischen Zeremonien und Erlebnissen aus dem Heiligen Tal der Inka mit euch. Doch an dieser Stelle möchte ich euch gern gerade in den Karnevalstagen dazu inspirieren, einmal darüber nachzudenken, ob ihr noch das Zirpen der Grillen hören könnt:

 

Die Geschichte vom Indianer und der Grille

Ein Indianer, der in einem Reservat weit von der nächsten Stadt entfernt wohnte, besuchte das erste Mal seinen weißen Bruder in der großen Metropole. Er war sehr verwirrt vom vielen Lärm, von der Hektik und vom Gestank in den Straßenschluchten. Als sie nun durch die Einkaufsstrasse mit den großen Schaufenstern spazierten, blieb der Indianer plötzlich stehen und horchte auf. "Was hast du", fragte ihn sein Freund. "Ich höre irgendwo eine Grille zirpen", antwortete der Indianer. "Das ist unmöglich", lachte der Weise. "Erstens gibt es hier in der Stadt keine Grillen und zweitens würde ihr Geräusch in diesem Lärm untergehen." Der Indianer ließ sich jedoch nicht beirren und folgte dem Zirpen. Sie kamen zu einem älteren Haus dessen Wand ganz mit Efeu überwachsen war. Der Indianer teilte die Blätter und tatsächlich: Da saß eine große Grille. "Ihr Indianer habt eben einfach ein viel besseres Gehör", sagte der Weise im weitergehen. "Unsinn", erwiderte sein Freund vom Land. "Ich werde Dir das Gegenteil beweisen". Er nahm eine kleine Münze aus seiner Tasche und warf sie auf den Boden. Ein leises "Pling" ließ sich vernehmen. Selbst einige Passanten, die mehr als zehn Meter entfernt standen, drehten sich augenblicklich um und schauten in die Richtung, aus der sie das Geräusch gehört hatten. "Siehst Du mein Freund, es liegt nicht am Gehör. Was wir wahrnehmen können oder nicht liegt ausschließlich an der Richtung unserer Aufmerksamkeit. 

(unbekannt)

 

Ich wünsche euch allen von Herzen, die Fähigkeit, gerade in diesen lauten Karnevalstagen einmal genauer den leiseren Tönen zu lauschen. Vergesst nie: Was wir wahrnehmen können oder nicht liegt ausschließlich an der Richtung unserer Aufmerksamkeit. 

Herzlichst

Daniela

Mein Newsletter

Wenn du meinen Newsletter abonieren und Infos aus meiner Welt erhalten möchtest, markiere bitte das Feld und gib mir deine Email Adresse. Um dich vom Newsletter abzumelden, reicht es ebenso das Feld zu markieren und den Button "Abmelden" zu klicken.

CAPTCHA
Bitte beantworte diese Sicherheitsfrage zur Absicherung gegen Spam. Danke.
Fill in the blank.