Weihnachtswichteln & Mobbing

 
Wie bitte??? Was soll denn bitteschön das Weihnachtswichteln mit dem Thema Mobbing zu tun haben? Ich gebe zu, auf den ersten Blick etwas weit her geholt, doch gebt mir 3 Minuten Zeit! Mein Tag heute war - warum auch immer - geprägt davon, mit anderen Müttern über das spannende Thema zu diskutieren, welche Verantwortung wir für unsere Kinder und deren Wohlergehen tragen.
 
Da war diese eine Klientin, die mir am Telefon ihr Leid klagte, dass ihr 25-Jähriger gerade seine Ausbildung hingeschmissen hätte und noch immer nichts unternehmen würde, um endlich seinen Weg zielgerichtet zu gehen. Dann eine Mail, die ich auf meinen letzten Newsletter bekam, in der mir die Frage gestellt wurde, wie ich damit umgehen würde, wenn mein Kind, das seit Monaten Mobbingopfer in der Schule wäre, nun ausgerechnet den Mobber beim Wichteln ziehen würde. Gern möchte ich daher meine Gedanken zu diesen Themen mit euch teilen.
 
Ich weiß, dass es schwer auszuhalten ist, das eigene Kind leiden zu sehen. Dennoch bin ich durch und durch davon überzeugt, dass jede Seele genau weiß, warum sie sich genau dieses Umfeld und diese Erfahrung sucht. Was wissen wir schon über die Seelenpläne unserer Kinder? Wissen wir, ob sie vielleicht genau diese Erfahrung brauchen da sie ihnen die Möglichkeit bietet, eine wichtige Qualität ganz aus sich selbst heraus zu entwickeln? Wissen wir, ob genau diese Situation einmal die Stellschraube sein wird, die ihnen die Weichen auf ihrem Lebensweg stellen wird? Ist es unser Recht, darin einzugreifen?
Vielleicht sollten wir uns stattdessen fragen, was es in uns selbst bewirkt, dass wir es nicht aushalten können, unser Kind in dieser Erfahrung erleben zu müssen? Gibt es vielleicht alte Erinnerungen und Ängste, die wir mit solch einer Situation verbinden? Ist es vielleicht sogar eine Angst/ ein Muster, dass unser Kind nun für uns übernimmt damit wir es nicht mehr so schwer tragen müssen? Auch wenn es provokativ klingt, und ich weiß, dass es das tut: Ich bin fest überzeugt davon, dass wir keinerlei Verantwortung für unsere Kinder tragen. … Naja, nicht ganz. Es gibt genau zwei Arten von Verantwortung, die wir sehr wohl unseren Kindern gegenüber tragen: 1. sie auf diese Welt zu bringen und 2. sie einfach so lieb zu haben, wie sie sind. WIE SIE SIND. Und mit allem, was zu ihrem Leben gehört. Mein Weg in Situationen von Mobbing o.ä. ist daher folgender: Ich habe meinen Sohn einfach nur lieb und signalisiere ihm, dass alles immer genau so gerade richtig ist, wie es ist. Leben darf auch manchmal traurig oder doof sein. Dennoch ist er ein großartiger Junge. Ich versuche mit ihm, nicht die Situation zu bewerten oder Ratschläge zu geben sondern über seine Gefühle zu sprechen. Auch über seine Erwartungen, Ängste oder vielleicht seine Wut. Alles darf sein. Dann versuche ich mit ihm über die Gefühle des anderen zu sprechen. Was könnte das andere Kind bewegen, das zu tun. Letztlich landet man bei beiden Parteien beim Thema Selbstwertgefühl…eine Seite ist in der Überkompensation und wird zum Täter, die andere Seite wird zum Opfer. Und doch verbindet beide das gleiche Thema. Löst mein Kind sein Thema als „Opfer“ wird sich automatisch auch das Thema des Gegenübers lösen. Und dennoch gibt es keinen Schuldigen in dem Spiel. Das kling vielleicht merkwürdig und dennoch ist es mir wichtig, dass meine Kinder nicht - so wie wir alle es gelernt haben - bereits in jungen Jahren in das Täter-Opfer-Spiel einsteigen.
 
Was nun, wenn mein Kind ausgerechnet das „Täter-Kind“ beim Weihnachtswichteln zieht und diesem nun auch noch ein Geschenk kaufen muss? Nun, das ist auf jeden Fall die hohe Kunst und zeigt in jedem Fall, dass das Leben hoch hinaus will mit meinem Kind. Es bekommt die Möglichkeit schon sehr frühzeitig das Thema Vergebung zu lernen. Ich würde es immer mit dem „Jesus-Prinzip“ halten und darüber diskutieren, was es denkt, was Jesus wohl in solch einer Situation tun würde. „Vergebt ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Es ist die hohe Kunst zu lernen, DENNOCH zu lieben und nicht zu urteilen. Ich würde ihm einfach ungezwungen meine Sicht der Dinge - explizit so benannt - anbieten und ihm dann einfach offen lassen, wie es handeln möchte. In absoluter Akzeptanz dessen, dass es sich vielleicht auch aus Wut entscheidet, eben kein Geschenk zu kaufen. Letztlich wird es in Folge weniger etwas damit zu tun haben, wie die Entscheidung diesbezüglich aussah, sonderm viel mehr, welche Haltung dahinter steckte. Wurde ein Geschenk aus Angst davor gekauft, sonst noch mehr Ärger zu bekommen, wird es leider wenig positive Resonanz erzeugen, gleichfalls, wenn aus Wut oder Trotz kein Geschenk gekauft würde. Ganz anders die energetische Resonanzwirkung, wenn man sich aus Klarheit - völlig ohne Frust und Wertung - dafür entscheidet, aufrecht einfach kein geschenk kaufen zu wollen oder aber sogar - bestenfalls- in Frieden überlegen kann, worüber man sich selbst am meisten freuen würde und dieses Geschenk kauft. Vielleicht zur eigenen Belohnung direkt zwei Mal um sich direkt selbst mit zu beschenken. Das stärkt die Selbstliebe. In diesem Sinne wünsche ich allen großen und kleinen Wichteln ein Weihnachtsfest in Liebe und Licht.

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